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Deutschland eines der sichersten Länder der Welt

 
   

Frankfurter Allgemeine
Die Bundesregierung sieht die Ergebnisse ihres Sicherheitsberichts als Ausweis dafür, daß „Deutschland eines der sichersten Länder der Welt“ ist. Der Bericht wurde am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet und von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorgestellt. „Das ist ein sehr schönes Ergebnis,“ sagte Schäuble. Frau Zypries hob hervor, daß keine Gesetzesverschärfungen erforderlich seien.
Während allerdings die polizeilich registrierte Kriminalität im allgemeinen seit Mitte der neunziger Jahre stagniere und zuletzt leicht zurückgegangen sei, verzeichnet der Bericht eine Zunahme der Gewaltkriminalität seit 1999 um 18 Prozent. Das sei „auch“ darauf zurückzuführen, daß mehr Taten angezeigt würden und somit das „Dunkelfeld erhellt“ werde.
Polizeigewerkschaft: „Wohlfühlbericht
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Freiberg, widersprach wegen dieser Entwicklung dem „Wohlfühlbericht, der zum Teil die Realität nicht widerspiegelt“. Er sagte: „Unsere Wahrnehmung ist in vieler Hinsicht eine andere, und ich denke, daß die Polizisten näher an der Wirklichkeit sind als viele Politiker.“
Der GdP-Vorsitzende, der am Dienstag wiedergewählt worden war, verwies darauf, daß die zunehmende Gewalt sich immer öfter auch gegen Polizeibeamte richte. „Vielleicht sollten sich Politiker aus der Glaskugel heraus in gewisse Berliner Stadtteile begeben, um zu spüren, wie es den Menschen wirklich geht.“ Auch die FDP-Politikerin Leutheusser-Schnarrenberger bezeichnete den Bericht als unglaubwürdig.
Schäuble warnt vor „falschen Folgerungen“
Schäuble warnte davor, aus der Statistik „falsche Folgerungen abzuleiten“. Zwar sei die Zahl der Gewaltverdächtigen gestiegen, nicht aber die allgemeine Gewaltbereitschaft. Die Steigerung sei Ausdruck einer abnehmenden Toleranz für Gewalt und eines veränderten Anzeigeverhaltens.
Die beiden Bundesminister machten eine durch Medien erzeugte falsche Wahrnehmung der Sicherheitslage aus, die, wie Schäuble sagte, „immer die spektakulären, außergewöhnlichen Kriminalfälle“ hervorhöben. Frau Zypries verwies darauf, daß es weit weniger Fälle von Kindestötungen nach sexuellem Mißbrauch gebe als weithin angenommen, nämlich zwischen zwei und fünf pro Jahr.
Deutschland bleibt „Teil des Gefahrenraums“
Eine regionale Aufschlüsselung der Gewalt- und Kriminalitätsentwicklung wird in dem Bericht - aus methodischen Gründen, wie es hieß - nicht vorgenommen. Der Kriminologe Wolfgang Heinz, einer der Autoren, nannte als Desiderate für einen künftigen Bericht eine Dunkelzifferkontrolle und eine Rückfallstatistik. Allerdings zeige schon der jetzt vorgelegte, 700 Seiten starke zweite Sicherheitsbericht (der erste wurde vor fünf Jahren erstellt), daß Jugendkriminalität entgegen landläufiger Annahme nicht zwingend in eine kriminelle Karriere münde. Zwei von drei Verurteilten würden nie wieder als Straftäter registriert. Auf dem Feld der Wirtschaftskriminalität würden zwar nur 1,4 Prozent aller Kriminalfälle, aber mehr als 50 Prozent der Schäden registriert, sagte er.
Wegen der Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus bleibe Deutschland „Teil des weltweiten Gefahrenraumes“ und mögliches Ziel von Anschlägen, sagte Schäuble. Dies sei mit den gescheiterten Kofferbombenattentaten von Ende Juli für jeden spürbar geworden. Der Bericht belege, daß die Politik auf die Bedrohung nach dem 11. September 2001 schnell und auf rechtsstaatliche Weise reagiert habe
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Vebûna malperê 21.06.2005