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Er gilt als einer der großen Kriminalfälle
der Antike: Mit nur 19 Jahren starb der
ägyptische Pharao Tutenchamun. War es Mord?
Oder ein Unfall? Forscher haben neue
Erkenntnisse.
Nach mehr als drei Jahrtausenden ist die
Todesursache des ägyptischen Pharaos
Tutenchamun möglicherweise geklärt. Der
junge Herrscher könnte nach den
Erkenntnissen eines internationalen
Forscherteams an den Folgen eines
Reitunfalls gestorben sein, wie die
britische Tageszeitung "The Guardian" am
Dienstag (28.11.2006) berichtete. Demnach
ergab eine Untersuchung der weltbekannten
Mumie per Computertomographie, dass sich
Tutenchamun vermutlich beim Sturz vom Pferd
den linken Oberschenkel brach. Die offene
Wunde hatte dann möglicherweise eine
Blutvergiftung zur Folge.
1900 einzelne Bilder
Die Suche nach der Ursache für Tutenchamuns
frühen Tod beschäftigt die Welt der
Forschung schon seit fast einem Jahrhundert.
Sein Grab war 1922 von einem Ausgrabungsteam
unter Leitung des Briten Howard Carter im
ägyptischen Tal der Könige entdeckt worden.
Nach heutigem Forschungsstand regierte
Tutenchamun nur etwa ein Jahrzehnt, in der
Zeit von 1319 bis 1309 vor Christus. Bei
seinem Tod soll er erst 19 Jahre alt gewesen
sein. Deshalb wird bislang in der
Expertenwelt auch ein Mord für möglich
gehalten.
Das Forscherteam unter Leitung des
ägyptischen Radiologen Ashraf Selim kam
jetzt jedoch zu der Erkenntnis, dass
Tutenchamun vermutlich an den Folgen eines
Unfalls starb. Den Wissenschaftlern gelang
es, die Mumie des etwa 1,80 großen Mannes
mit Hilfe einer Computertomographie in rund
1900 dreidimensionale Einzelbilder zu
zerlegen. Daran ließ sich erkennen, dass der
Pharao einen komplizierten Bruch des
Oberschenkels erlitt - möglicherweise bei
einem Sturz vom Pferd beim Sport oder beim
Jagen.
Zweifel bleiben
"Aus meiner Sicht war das ein tödlicher
Bruch", sagte einer der beteiligten
Forscher, der Schweizer Frank Rühli vom
Anatomischen Institut der Universität
Zürich. "Die Verletzung hat vermutlich ein
wichtiges Blutgefäß zerrissen und war offen.
Das ist unter Reitern eine verbreitete
Verletzung. Ohne Antibiotika oder eine
Operation kann er innerhalb weniger Tage an
einer Blutvergiftung gestorben sein." Die
Studie wurde auf einem Kongress der
nordamerikanischen Radiologen-Gesellschaft
in Chicago präsentiert.
Ein Mitarbeiter der ägyptischen
Altertümerverwaltung, der ebenfalls an der
Untersuchung beteiligt war, räumte am
Dienstag auf dpa-Anfrage in Kairo ein, die
Todesursache lasse sich zwar nach wie vor
nicht zweifelsfrei feststellen. Ein
Reitunfall sei jedoch nicht
unwahrscheinlich, "wenn man zum Beispiel
Knochenbrüche am Knie und an der Hüfte
findet". |
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